Historischer Hintergrund : Österreicher - Pioniere des Luftbombardements

Zu Ehren der Österreichischen Luftwaffe und den Piloten aus Österreich wird Gaijin mit einem der kommenden Updates die österreichische Flugzeugmarkierung in War Thunder einführen.

Das Flugzeugabzeichen ist noch in Arbeit, das folgende Bild ist daher nur zur Veranschaulichung:

Die erste Nation, die das Potential einer militärischen Luftfahrt erkannte, war Österreich. Die erste Bombardierung aus der Luft in der Geschichte fand während der Belagerung von Venedig durch Österreich im August 1849 statt. Die Belagerer nutzten unbemannte Ballons, um etwa 15 Kilogramm schwere Bomben mit Zeitzünder in die Stadt zu befördern. Der Wind stellte sich dabei als unzuverlässiger Verbündeter heraus und die Bombardierungsversuche waren größtenteils ineffektiv, die Stadt kapitulierte dennoch nur wenige Tage später.

Godwin von Brumowski (links vor der Albatros D.III) wurde mit 35 Luftsiegen das bekannteste Jägerass der Kaiserlichen und Königlichen Luftstreitkräfte des Ersten Weltkriegs.

Das Kaisertum Österreich-Ungarn verfügte bereits im August 1893 mit der Militär-Aeronautischen Anstalt über eine frühe Form der militärischen Luftwaffe, die sich auf die militärische Nutzung von Ballons konzentrierte. In den folgenden zwei Dekaden wandelte sich das Bild von Ballons zu großen Luftschiffen und schließlich zu Flugzeugen mit fixer Flügelkonstruktion. Als eine der Großmächte im Ersten Weltkrieg, verfügte das Kaisertum über eine beeindruckende Luftwaffe. Hauptsächlich mit deutschen Flugzeugen ausgerüstet, traten aus den Reihen der Kaiserlichen und Königlichen Luftstreitkräfte viele Pilotenasse unterschiedlicher Herkunft hervor, so wie Godwin von Brumowski, Julius Arigi und Benno Fiala von Fernbrugg.

Österreich-Ungarn fand sich jedoch auf der Verliererseite des Weltkriegs wieder und das Kaisertum wurde 1918 aufgelöst. Ähnlich der für Deutschland gültigen Friedensbestimmungen war es auch Österreich untersagt, militärische Luftfahrt zu betreiben. Doch wie auch die Deutschen, entwickelten auch die Österreicher ihre Luftwaffe im Geheimen aus. Um 1933 erwarb Österreich Jagdflugzeuge vom Typ CR.20 und CR.32 aus Italien, die das Rückgrad der Luftwaffe bilden sollten. Im Jahr 1936 wurde die rote Markierung für österreichische Flugzeuge vorgestellt, die ein nach unten zeigendes Dreieck abbildet.

Im März 1938 wurde Österreich an das Dritte Reich angeschlossen. Der Anschluss bedeutete gleichzeitig auch die Integration der österreichischen Luftwaffe in die des Deutschen Reiches. Viele Österreicher zu jener Zeit betrachteten sich selbst als Deutsche und wurden von ihren deutschen Kameraden als gleichwertig betrachtet, obwohl der österreichische Akzent hin und wieder für amüsante Momente sorgte.

Die jungen Österreichischen Luftstreitkräfte setzten auf
Jäger italienischer Herkunft, wie die CR.20 und CR.32.

Es waren jedoch nicht alle Österreicher glücklich über den so-genannten Anschluss. Einige traten der britischen Royal Airforce bei, um gegen die Deutschen im Zweiten Weltkrieg zu kämpfen. Der wohl bekannteste Österreicher, der für die RAF ins Flugzeug stieg, war Manfred Beckett Czernin, der während der Luftschlacht um England mit der Hawker Hurricane 13 bestätigte Abschüsse erreichte. Später im Kriegsverlauf wurde der mehrsprachige Czernin zwei Mal hinter den feindlichen Linien abgeworfen, um Spezialeinsätze in Norditalien durchzuführen.

Viele Asse der deutschen Luftwaffe kamen ursprünglich aus Österreich, wie z.B. Walter Nowotny und Maximilian Stotz - doch eine der interessantesten Geschichten kommt von Hermann Buchner. Einer Abteilung Schlachtflieger zugeteilt, flog Buchner die Bf 109 E-7 und Fw 190 A/F mit Bomben an der Ostfront. Als Bomberpilot war er überaus erfolgreich und zerstörte etwa 46 Panzer. Als Jagdbomber hatte er jedoch ebenfalls häufigen Kontakt mit feindlichen Jägern und konnte so ebenfalls 46 Luftsiege im Osten erringen. Buchners Leistungen auf der Fw 190 waren so beeindruckend, dass ihm der Transfer in eine Einheit mit brandneuen Fw 190 D-9 angeboten wurde.

Bevor er ein Strahlflugzeug-Ass wurde, flog Hermann Buchner Jagdbomber
an der Ostfront. Obwohl er mit der Bf 109 und Fw 190 erfolgreich war,
wurde er mehrere Male verwundet und abgeschossen.

Er entschied sich jedoch auf die experimentelle Me 262 zu wechseln, obwohl er noch nie von dem Flugzeug gehört hatte. Während seines ersten Einsatzes auf einem Strahljäger am 26. November 1944 schoss er eine P-38 Lightning ab und erreichte im Kriegsverlauf insgesamt zwölf Luftsiege auf der Schwalbe. Buchner überlebte den Krieg und trat 1955 der reformierten Österreichischen Luftwaffe bei. Seine Erfahrung mit Strahlflugzeugen half der Luftwaffe beim Wechsel auf den ersten Strahljäger, die de Havilland DH.115 Vampire.

Mit dem Ende der alliierten Besetzung von Österreich in 1955 bestand die junge Österreichische Luftwaffe aus verschiedenen Flugzeugen, bis die J 29 Tunnan aus Schweden als Hauptjagdflugzeug eingeführt wurde. Die neutralen Österreicher waren mit den schwedischen Entwicklungen zufrieden und erwarben später weitere Flugzeuge wie die Saab 105 und J 35 Draken, wobei der momentane Standardjäger Österreichs der Eurofighter Typhoon ist.

 
Juho “Rautaa” Maijala

Quelle Originaltext: www.warthunder.com

(Übertragen und angepasst von Horrido28)

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